Northern Reaches
6 Werke

Northern Reaches fragt, warum es uns in Landschaften zieht, die uns nicht brauchen. Diese Orte spiegeln uns nicht, sie relativieren uns. Die Bilder antworten nur mit dem, was da ist: Gestein, Eis, Wasser, Licht. Alle Orte sind nur mit Aufwand erreichbar: zu Fuss durch das Hochland, mit dem Schiff bis an den Rand des Packeises. Das Panoramaformat hält den horizontalen Verlauf von Küste, Tal, Eis und Hochland in einer einzigen, ruhigen Linie.
Landmannalaugar, Island, 2023. Ockerfarbene Rhyolithberge steigen in gestaffelten Rücken an; Schneefelder liegen in den Mulden und setzen helle Akzente in die mineralischen Flächen. Die Staffelung der Grate öffnet die Tiefe des Bildraums.
Isländisches Hochland, 2023. Verzweigte Flussläufe schneiden durch schwarze Lavaebenen. Zwischen den Wasserarmen liegen grüne Moosflächen und dunkles Gestein in klar abgegrenzten Zonen. Aus der Höhe lesen sich die Wasserarme wie ein gewachsenes Liniennetz.
Lofoten, Norwegen, 2024. Dunkle Felsen ragen aus türkisfarbenem Wasser. Am Horizont liegt warmes Abendlicht über Meer und Himmel; im Gegenlicht löst sich die Küstenlinie fast auf.
Isländisches Hochland, 2023. Grünes Moos überzieht schwarzen Lavaboden, ein kleiner See reflektiert den Himmel. Tief stehendes Licht hebt die Bergflanken in warmen Tönen hervor und trennt das junge Grün vom dunklen Vulkangrund.
Spitzbergen, 2023. Eine Walrosskolonie liegt schwer am Rand des Eises. Im ruhigen Wasser verdoppeln sich die gezackten Küstenberge zu einer fast symmetrischen Horizontlinie. Die lebenden Tiere sind der einzige unregelmässige Akzent in einer rein geometrischen Fläche.
Gletscher in Spitzbergen, 2023. Eine hohe Eisfront trifft auf dunkles Wasser, dahinter steigen Berggipfel in tiefe Wolken. Die glatte, bewegungslose Wasserfläche lässt die Grösse der Eiswand erst messbar werden.






