Aletschgletscher: Landschaft als Skulptur
Der Blick folgt dem Gletscher durch die Landschaft. Dunkle Bänder zeichnen seine Kurven nach, dahinter staffeln sich die Berge im Licht. Diese Weite bildet den Ausgangspunkt unserer Annäherung: vom Verlauf des Eisstroms bis zu den feinen Strukturen seiner Oberfläche.
Nach dem schneearmen Winter und dem heissen Sommer lagen die Strukturen des Gletschers offen. Dunkle Bänder, feine Rillen und tiefe Spalten prägten seine Oberfläche. Sie lenkten unseren Blick von der weiten Landschaft auf die Formen im Eis.

Die Bänder im hellen Eis

Die beiden dunklen Bänder sind Mittelmoränen aus Gesteinsschutt. Sie entstehen am Konkordiaplatz, wo mehrere Eisströme zusammenfliessen: Benachbarte Seitenmoränen vereinigen sich und werden im Inneren des gemeinsamen Eisstroms talwärts getragen. Ihre langen Kurven zeichnen die Bewegung des Gletschers nach.
Vom weiten Blick ins Detail

Im engen Ausschnitt verändert der Aletschgletscher seinen Charakter. Blaue Eisrücken schieben sich durch das Bild, dunkle Spalten trennen sie voneinander. Feine Linien überziehen ihre Oberflächen. Das Auge folgt einem Bogen, verliert sich in einer Vertiefung und findet weiter hinten eine ähnliche Form wieder.
Diese Fotografie zeigt einen kleinen Teil des Gletschers. Gerade die Begrenzung des Ausschnitts macht seine Strukturen sichtbar. Ohne Himmel und Bergkulisse fehlt ein eindeutiger Massstab. Manche Formen erinnern an verwitterten Stein, andere an gefalteten Stoff.
Dem Eis näher kommen


Die Farbe hält das Bild zusammen. Das Blau reicht von hellen, beinahe silbrigen Flächen bis zu dunklen Tönen in den Spalten.
Kein Eisrücken gleicht genau dem nächsten. Gemeinsam bilden sie jedoch eine Struktur, durch die das Auge wandern kann. Aus der Entfernung wirkt die Fotografie wie ein zusammenhängendes Relief. Aus der Nähe treten einzelne Brüche und Übergänge hervor.
When it happens.
